Der Weg in den Himmel geht durch die Hölle


Häufig fragen mich die Menschen, warum sich in ihrem Leben nichts zum Positiven verändert, obwohl sie sich doch so bemühen. Nun, meine Antwort lautet dann meistens, dass sie es nicht wirklich wollen. Oder anders gesagt, es ist ihnen im Moment noch wichtiger, dort zu bleiben, wo sie sind, als dorthin zu gelangen, wo sie glauben hinkommen zu wollen. Sie leben, wie der verlorene Sohn im Gleichnis von Jesu, in der Hölle. Und sie wollen Recht haben, das sie da niemals rauskommen. Stelle Dir doch einmal vor, Du wärest über die Maßen glücklich, erfolgreich, geliebt und frei. Du würdest es nicht aushalten! Du hättest nämlich kein Problem und könntest über nichts mehr nachdenken. Da wäre "nur noch" die köstliche Wüste. Aber wer will die schon? Dein ganzes Selbstbild, Dein Selbstmitleid über Deine Misere, Dein Leiden, mit dem Du Dich Dein Leben lang identifiziert hast, wären mit einem Schlage weg! Dein ganzer Traum, dass Du das größte Opfer bist, ein armes Schwein, wäre ausgeträumt! Rumms! Einfach weg! Alle Deine Bemühungen zu beweisen, dass Du es nicht schaffst, nicht kannst, zu dumm bist etc. entpuppen sich als Seifenblase. Du hättest Dich und andere ständig belogen. Und??? Das will natürlich keiner. Also wollen die Meisten lieber Recht haben, wie schlecht es ihnen geht und dass sie es sowieso nie schaffen, erfolgreich und glücklich zu leben. Beobachte Deine Mitmenschen und worüber sie reden (was ihnen wichtig ist), und Du wirst dies bestätigt sehen. Alles nur Rechthaberei und Selbstbestätigungsdrang, das irgendetwas nicht geht. Aber das Schlimmste daran ist, dass ihnen dieses verhaftet sein im eigenen Drama gar nicht bewusst ist! Und zwar deshalb, weil sie nicht wirklich ihr Schlammassel verlassen wollen. Auf der einen Seite wollen sie nicht in den Himmel, denn der Weg führt immer durch die Hölle. Auf der anderen Seite wollen sie die Hölle, in der sich befinden, nicht sehen, und ihnen fehlt deshalb die notwendige Bereitschaft (Leidensdruck), um da jemals rauszukommen.

Die Faszination, die Leidenschaft und die Begeisterung ist abhanden gekommen. Schaut Euch doch mal erfolgreiche Leute an, wenn sie von ihren Visionen, ihren Träumen erzählen. Was unterscheidet sie von den Erfolglosen?

Sie haben ihre Schmerzen erkannt, akzeptiert und durchlebt. Als sie davon "die Schnauze gestrichen voll hatten", haben sie sie losgelassen, indem sie sich auf Ihre Ziele und Träume konzentriert haben. Dann haben sie sich Hilfe von den Richtigen geholt und sich mit großem Selbst- (Gott-) vertrauen an die Arbeit gemacht. Mit Lust, Spaß, Freude und Begeisterung!

Dieses Prinzip, durch Bewusstwerdung des Leidens zum Erfolg zu gelangen, ist immer dasselbe. Ob es sich um Probleme im Beruf, in persönlichen Beziehungen, um Krankheit oder einen anderen Schmerz handeln mag.

Andrew Cohen schreibt in seinem Buch "Erleuchtet leben" Folgendes:

Weißt Du, was Hölle ist? Hölle ist, unbewusst zu sein, in einer Innenwelt der Isolation und Erstickung herum zu irren, die von einem Selbst erschaffen wurde, das vom getrennten Ego versklavt worden ist. Und bis wir nicht merken, wie schlimm das wirklich ist, werden wir nie den Mut oder die Inspiration aufbringen, das zu tun, was notwendig ist, um uns endlich hier und jetzt im gegenwärtigen Leben zu befreien. Ich kann nicht genug betonen, wie dringend das ist. So wenige von uns nehmen die Möglichkeit unserer eigenen Befreiung (Anm. ich denke auch unserer Berufung) todernst. Und der Hauptgrund dafür ist, ich wiederhole es, dass wir einfach nicht begreifen, wie schlimm es um uns steht.

Frager: Andrew, um ehrlich zu sein, glaube ich überhaupt nicht, dass ich so völlig in der Hölle verloren bin, wie Du es gerade beschrieben hast.

Andrew: Das ist so, weil du in deiner Evolution noch nicht den Punkt erreicht hast, an dem du mehr als alles andere frei sein willst. Siehst du, es ist allein der sehnliche Wunsch nach Befreiung, der es uns möglich macht, alles in einem ganz anderen Licht zu sehen. Und falls dieses Interesse mit Leidenschaft verfolgt wird, mit Einsatz und der Bereitschaft, enorme Risiken einzugehen, hat es die Kraft, uns in eine radikal andere Beziehung zur menschlichen Erfahrung zu katapultieren........

Frager: Was wäre, wenn ich sage, dass ich diesen Sprung nicht vollziehen kann, weil ich meine Mutter gern am Muttertag anrufen würde?

Andrew: Glaubst Du, dass die Jünger, als Jesus ihnen sagte: "Lasst alles hinter Euch und folget mir nach," geantwortet haben: "Aber können wir unsere Mutter zum Muttertag anrufen?"... Falls deine Wunschvorstellungen, deine Mutter am Muttertag anzurufen für dich wichtiger ist als deine eigene Befreiung in diesem Leben, dann hast du offensichtlich kein ernsthaftes Interesse an der außerordentlichen Chance, auf die ich hinweise.

Think about it!

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