Es gibt nur EINE Angst!


Es gibt eigentlich nur eine Angst gibt. Und zwar die Angst zu SEIN oder auch "man selbst zu SEIN". Obwohl das paradox klingen mag, da doch jeder er selbst sein will, oder? Tatsächlich ist es jedoch immer so, dass hinter unseren größten Sehnsüchten auch unsere größten Ängste verborgen sind. Man könnte also z.B. sagen, der Wunsch reich zu sein, verbirgt die Angst, bei allem Reichtum immer noch allein, unglücklich und damit arm zu sein. Der Wunsch, geliebt zu werden, verbirgt die Angst zu erkennen, dass man sein Leben nicht geliebt worden ist. Hier liegen häufig große Schmerzen verborgen, die bei der Realisation eines Wunsches mit in Erscheinung treten. So hat man festgestellt, dass das Infarktrisiko bei einem überdurchschnittlichen Erfolg/Gewinn ebenso groß ist, wie bei einem entsprechenden Misserfolg/Verlust.

Wenn wir unsere Ängste somit genauer betrachten, stellen wir folgendes fest: Jede Angst will uns davon abhalten, etwas zu tun oder nicht zu tun. Sie will uns von dem fernhalten, wovor wir Angst haben. Wenn wir also z.B. Angst haben, abgelehnt zu werden, werden wir uns nur in Situationen und unter Menschen begeben, in denen wir zumindest denken, dass wir nicht abgelehnt werden. Umgekehrt werden wir Situationen meiden, in denen das passieren könnte. Ähnlich ist es auch mit der Angst, allein zu sein, schwach zu sein, sich wertlos zu fühlen etc.

Tiefer betrachtet, meiden wir jedoch immer die Erkenntnis, dass wir alles Leiden, alle Probleme und Schicksalsschläge dadurch verursacht haben, dass wir uns von unserem Potenzial, unseren Qualitäten und unserem Wissen getrennt haben. Wir leben nicht mehr aus diesem. Wir haben kein Vertrauen mehr in unser ureigenes Wissen. Wir vertrauen nicht mehr unserem Selbst. Wir haben unser Selbst-Vertrauen verloren. Oder anders gesagt, wir haben Angst vor unserem Selbst. Zu erkennen, dass wir uns von uns selbst getrennt haben, lässt unser gesamtes falsches Selbstbild zusammenbrechen. Nämlich das Selbstbild, welches uns als Sünder (Sund = das Getrennte) darstellt und uns deshalb die Erfüllung unserer Wünsche nicht erlaubt. Jedes lang ersehnte authentische Ziel, welches wir dann doch erreichen, wird uns an unser falsches Selbstbild und dem damit in Verbindung stehenden Schmerz erinnern. In Wirklichkeit aber sind wir unbegrenztes, allmächtiges SEIN. Wie heißt es im 85. Psalm "Ihr seid Götter". Nur wir haben es vergessen. Das Er-innern (in uns) und die Erkenntnis, dass wir einfach nur zu SEIN bräuchten, wer wir sind, wie wir sind, egal was wir und andere darüber denken mögen, erschafft die Wunder unseres Lebens. "Ich bin der, der ich bin", sagte Gott zu Moses.

Diese Einfachheit macht uns Angst. Wir müssen doch erst einmal etwas tun, um erfolgreich und glücklich sein zu dürfen, denkt unser Verstand. Irrtum! Wir sind schon erfolgreich und glücklich. Wir müssen es nur erkennen. Jede Angst will uns von der Einsicht in dieses Mysterium fernhalten. Deshalb ist jede (!!) Angst immer die Angst vor mir selbst, besser vor meinem SELBST und SELBST ist nur ein anderes Wort für SEIN. Ich habe also Angst vor dem SEIN oder zu SEIN. So spielen wir weiter unsere Rollen, Versteckspiele, und belügen und betrügen uns und die anderen weiterhin. Nach dem Motto: "Warum einfach SEIN, wenn's auch kompliziert geht?" Das ist doch verrückt, oder? Aber wahr! Also in diesem Sinne: "Sind wir eigentlich alle noch zu retten?!?".

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