Es geht um Selbsterkenntnis!
Was willst Du? Weißt Du, was Du willst? Wer sagt Dir, dass es das ist, was
Du brauchst? Vielleicht ist es nur eine weitere Vorstellung Deines
Verstandes, der Dir vorgaukelt, was Dir fehlt, um endlich glücklich zu sein.
Wie kommt es überhaupt dazu, dass wir glauben, etwas zu brauchen? Uns
scheint etwas zu fehlen, nicht wahr!? In dem Moment, in dem wir uns von Gott
getrennt haben, uns als Individuum, getrennt von anderen, definieren,
stecken wir in dem Drama des Unglücklichseins fest. Es geht nicht darum zu
erkennen, was wir wollen und wie wir es erreichen können! Weil wir es
niemals erreichen können! Wir wollen frei, glücklich und erfolgreich werden,
kriegen aber nicht mit, dass wir es nur SEIN aber nicht WERDEN können. Uns
ständig in einer unerfüllten Sehn-Sucht zu halten, ist der Trick unseres
Verstandes, damit er überleben kann. Dann suchen wir unser Glück und unsere
Befriedigung im Außen, obwohl sie dort niemals zu finden ist. Wir leben dann
in einem Wahn ständiger Unzufriedenheit. Dann hoffen wir darauf, dass uns
die Zukunft von dem Leiden der Gegenwart befreien wird.
Schon als kleines Kind denken Sie: "Wenn ich endlich in die Schule gehen
darf, dann bin ich glücklich". Später sagen Sie sich: "Wenn endlich diese
Scheiß-Penne vorbei ist und ich meine eigene Arbeit anfangen kann, dann bin
ich glücklich". Und wenn Sie dann in der Lehre sind, sagen Sie sich: "Wenn
ich endlich meine Ausbildung abgeschlossen habe, dann werde ich glücklich."
Dann stellen Sie fest, dass Ihnen eigentlich ja noch etwas zu Ihrem
glücklichen Leben fehlt und Sie denken: "Wenn ich erst einmal meinen Partner
fürs Leben gefunden habe und meiner erfüllten Arbeit nachgehe, dann bin ich
glücklich". Dann stellt man fest, dass zu einer glücklichen Ehe ja unbedingt
auch ein Kind gehört mit dem man wirklich glücklich sein könnte. Wenn man
dann Kinder hat, sagt man sich: "Eigentlich sind wir jetzt ja schon recht
erfüllt, aber was uns zu unserer endgültigen Unabhängigkeit fehlt, ist ein
eigenes Haus." Hat man das dann auch, stellt man fest, dass man ja eigentlich
erst glücklich ist, wenn die Kinder auf eigenen Beinen stehen. Und dann
nagen einen noch die Restschulden des Hauses, die man natürlich erst
abtragen muss. - Und wenn man das erreicht hat, ist man 70 und das Leben ist
vorbei.
Wenn Sie sich in dem, was ich eben beschrieben habe wieder erkennen, sollten
Sie sich fragen, ob Sie noch länger so leben wollen.
Das, was Sie suchen, ist etwas anderes, als Sie denken. In Wahrheit suchen
Sie einen Zustand des "Nicht-Tuns", wie die Taoisten sagen würden. Ein
Zustand, in dem wir zum Kanal werden für die Kräfte, durch die sich Leben
offenbart. Erst in der Erkenntnis "nicht ich tue die Werke, sondern der
Vater in mir" - wie Jesus sagte - sind wir frei, glücklich und dankbar. Dann
haben wir die Gnade erfahren, nicht länger kämpfen zu müssen.
Solange wir immer noch davon überzeugt sind, wir müssten um unsere Ziele kämpfen, können
wir nicht verstehen, was Buddha meinte, als er sagte: "Leiden ist die Folge
von Identifikation mit Illusionen." Nun, was ist die Illusion? Dass wir
glauben, unvollkommen, abhängig, wertlos, ungeliebt usw. zu sein. Wenn wir
uns mit diesen begrenzten Glaubenseinstellungen identifizieren, sind wir auf
ewig gefangen und müssen uns und jedem anderem ständig beweisen, dass wir
gut genug sind.
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